Der ICE L: der erste ICE mit stufenlosem Einstieg

Stufenloser Ein und Ausstieg schafft mehr Komfort für alle Reisenden
Erste Züge ab Oktober 2024 im Einsatz

Der erste Niederflur Fernzug der DB

(Berlin, September 2022) Mehr Menschen wollen mit der Bahn verreisen − ob
innerhalb Deutschlands oder in die europäischen Nachbarländer. Daher wächst die
Fernverkehrsflotte der Deutschen Bahn (DB) kontinuierlich. Der neue ICE L des
spanischen Herstellers Talgo wird ab Oktober 2024 als jüngstes Mitglied die ICE
Familie verstärken. Ab dann werden die 23 bestellten Züge schrittweise in Betrieb
gehen.

Der ICE L vereint neue Technik, mehr Platz und hohen Komfort in sich: Der Zug
besteht aus einer neu entwickelten Mehrsystemlok und 17 Reisezugwagen inklusive
Steuerwagen. Mit der Mehrsystemlok ist der Einsatz des ICE L auch im
grenzüberschreitenden Verkehr möglich. So kann der ICE L nicht nur innerhalb
Deutschlands, sondern auch problemlos durch die Niederlande nach Amsterdam
fahren.

Der erste Abruf von 23 Zügen im Wert von rund 550 Millionen Euro ist Teil eines
2019 abgeschlossenen Rahmenvertrags der DB mit Talgo über bis zu 100 Einheiten.
Das spanische Unternehmen hat in einem europäischen Vergabeverfahren das
attraktivste Angebot unterbreitet und den Zuschlag bekommen.

Stufenloser Ein und Ausstieg für mehr Barrierefreiheit

Die DB ist überzeugt: Wer mehr Menschen für die klimafreundliche Schiene
begeistern will, muss eine Reise mit der Bahn noch komfortabler und inklusiver
gestalten. Das gelingt mit dem neuen ICE L: Denn das „L“ steht für „Low Floor“,
dem englischen Begriff für „Niederflur“.

ICE L Rendering – Stellflächen für Rollstühle

Durch seinen stufenlosen Zugang an den Standardbahnsteigen im Fernverkehr (76 cm Höhe) erleichtert der ICE L jedem Fahrgast an allen Türen den Ein und Ausstieg ob mit Mobilitätseinschränkung, großem Koffer, Kinderwagen, Fahrrad oder Rollator. Zudem können Reisende im Rollstuhl erstmals ohne fremde Hilfe in einen ICE ein und aussteigen. Damit setzt der ICE L neue Maßstäbe.
Im Zug selbst befinden sich für Rollstuhlfahrer:innen leider nur drei
Plätze, inklusive elektrischhöhenverstellbarer Tische. Weitere ICEKomfortmerkmale sind ein Leitsystem mit taktilen Piktogrammen und Brailleschrift für Seheingeschränkte und eine bessere Orientierung im gesamten Zug. Der ICE L ist damit ein bedeutender Meilenstein in Richtung noch mehr Barrierefreiheit bei der DB.

Alexander Ahrens vom ISL e.V. testet den niveaugleichen Einstieg des ICE L von Talgo

Wo ICE draufsteht, ist ICEKomfort drin

Komfort hat für die DB oberste Priorität. Daher wurde ein komplett neues
Innenraumdesign für die ICE entwickelt. Im ICE L ist es ab 2024 ab dem ersten Zug
erlebbar. Mit den neuen Materialien und Farben, wie etwa den Sitzbezügen aus
hochwertigem Flachgewebe (Stoff ohne Flor) und 85 Prozent Wollanteil bietet die
DB eine hohe haptische Qualität der Sitzflächen, sowohl in der 1. als auch in der 2.
Klasse. Ein großzügiger Holzeinsatz etwa an den Tischen und den
Wandverkleidungen, die tageszeitabhängige Innenraumbeleuchtung und die neu
entwickelten Sitze machen den ICE L noch wohnlicher und komfortabler.

In dieser angenehmen Wohnzimmeratmosphäre steht den Kund:innen natürlich auch
ein Restaurantwagen mit Sitzgruppen und einem Stehbereich zur Verfügung.
Außerdem verfügt der ICE L über einen besonders großzügigen Kleinkind und
Familienbereich mit altersgerechten Wandmotiven und vier
Kinderwagenstellplätzen. In jedem Wagen gibt es zudem Gepäckregale sowie acht
Fahrradstellplätze pro Zug. Informationsmonitore in den Einstiegs und
Sitzbereichen bieten Reisendeninformation mit Echtzeitdaten. Egal, ob Arbeiten im
Zug oder gemütliche Fahrt in die Ferien: Die mobilfunkdurchlässigen Scheiben und
das leistungsfähigere WLAN sorgen im ICE L für stabilen Empfang beim Telefonieren
und Surfen.

Technik des ICE L

Ein Zugverband besteht aus jeweils einer Mehrsystemlok und 17 Reisezugwagen
inklusive Steuerwagen. Sie bieten insgesamt 562 Sitzplätze, davon 85 Sitzplätze der
1. Klasse und 477 Sitzplätze der 2. Klasse. Die Züge können mit einer
Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h fahren.

Alle Züge sind flexibel einsetzbar. Die Reisezugwagen können neben der TalgoLok
auch mit anderen Loktypen gekuppelt werden. So ist für nichtelektrifizierte
Strecken der Einsatz von sogenannten Zweikraftloks vorgesehen, die auch über
einen Dieselmotor verfügen.

Bei dem ICE L hat sich die DB bewusst für eine bewährte Fahrzeugplattform
entschieden, um eine höhere Zuverlässigkeit durch die Nutzung erprobter
Komponenten zu erreichen.

   • Höhe: Wagenzug 3,6 m bis 3,8 m und Lokomotive 4,2 m

   • Länge: Wagenzug mit 17 Wagen 236 m, Lokomotive 19,7 m, insg. 256 m

   • Leergewicht: 406 t
   • Anzahl Achsen: 20 Radsätze im Wagenzug (17 Wagen) plus 4 Radsätze der Lokomotive

ICE L Rendering – Fahrradabteil mit Platz für 8 Räder

Ausstattung der Züge
   • An allen Türen stufenloser Einstieg am Standardbahnsteig mit 76 cm Höhe
   • Verschiedene Lichtszenarien im Tagesverlauf

   • Acht Fahrradstellplätze pro Zug

   • Infomonitore in Einstiegs- und Sitzbereichen mit Echtzeitdaten

   • WLAN und Onboard-Unterhaltung (ICE-Portal)

   • Restaurantwagen mit Sitzgruppen und Stehtischen

   • Abgetrenntes Kleinkindabteil und besonders großer Familienbereich mit
     insgesamt vier Stellplätzen für Kinderwagen

   • Plätze für drei Rollstuhlfahrer:innen mit elektrisch-höhenverstellbaren
    Tischen

   • Gepäckregale für Großgepäck in jedem Wagen


Der ICE L wird mit einem neu entwickelten Sitztyp in den Fahrgastbetrieb gehen.
Für mehr Sitzkomfort wurden drei Sitze von verschiedenen Herstellern vorab mit
800 Proband:innen intensiv erprobt. Der dabei am besten beurteilte Sitz wurde im
Anschluss grundlegend weiterentwickelt im Hinblick auf Ergonomie, Komfort,
Kinematik, und Design. Dabei wurden die einzelnen Entwicklungsstufen von
Ergonomie-Expert:innen begleitet und durch kontinuierliche Proband:innentests
ergänzt.

Einsatz ab Oktober 2024

Die neuen Züge werden schrittweise ab Oktober 2024 auf der zweistündlichen
Verbindung Berlin-Amsterdam in Betrieb gehen. Ab Juni 2025 werden dann alle
Verbindungen auf dieser Linie mit dem ICE L gefahren. Daneben werden die ICE L
auch auf den touristischen Verbindungen nach Sylt und Oberstdorf verkehren. Hier
ist ein Einsatz im Jahr 2026 geplant.

Die Deutsche Bahn präsentiert den ersten Wagen des neuen ICE L des spanischen Herstellers Talgo. Das L steht dabei für den englischen Begriff „low floor“, also „Niederflur“.

Effizienter und langlebiger für mehr Nachhaltigkeit

Bei der DB wird Nachhaltigkeit bis ins Detail gelebt: Ein Beispiel ist das zeitlose
Design bei der Innenraumgestaltung des ICE L. Kombiniert mit modernen
Materialien schafft die DB so einen langlebigen Innenraum. Das kommt der
Nachhaltigkeit des Zuges insgesamt zugute. Noch energieeffizienter ist der ICE L
dank Wagenkästen in Leichtbauweise und der aerodynamisch optimierten
Fahrzeugaußenform. Zusätzliches Gewicht und damit Energie wird durch die
verbauten EinzelradFahrwerke gespart. Wer nicht nur umweltbewusst reisen,
sondern auch großen Wert auf eine ressourcenschonende Technik und Ausstattung
legt, ist bei der DB gut aufgehoben. So wird Bahnfahren zu aktivem Klimaschutz.

Der spanische Hersteller Talgo

Talgo wurde 1942 in Madrid gegründet. Das Unternehmen baut seither Züge und
hält sie auch instand. Heute hat Talgo mehr als 2.000 Mitarbeitende. Seit 1994 ist
Talgo mit rund 100 Mitarbeitenden auch in Deutschland vertreten. Das Werk in
Berlin bietet umfangreiche Instandhaltungsservices an, die unter anderem auch die
DB nutzt. Talgo ist insgesamt in 40 Ländern vertreten.

 

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